Bei welcher Temperatur soll Baumwolle, Polyester und Co. gebügelt werden?

Auch eingefleischten Hausfrauen ist eines durchaus bewusst: Bügeln ist eine Wissenschaft für sich. Während manche Stoffe so ziemlich alles aushalten, sind andere extrem anfällig und müssen bestenfalls mit Samthandschuhen angefasst werden. Besonders gefährlich: Ein Bügeleisen, das zu heiß eingestellt ist. Dieses kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Kleidungsstück komplett ruiniert wird und nicht mehr getragen werden kann. Deswegen ist es extrem wichtig, dass Sie genau wissen, bei welchen Temperaturen Sie gewisse Textilien bügeln dürfen.

Vorsicht vor Materialmixen

Die richtigen Temperaturen zum BügelnWenn Sie die aktuellen Modetrends verfolgen, werden Sie sicher schon mitbekommen haben, dass das Thema Materialmix derzeit total angesagt ist. Unter dem Begriff versteht man nicht nur ganze Outfits, bei denen verschiedene Materialien wie Leder, Wolle oder Seide miteinander kombiniert werden, sondern auch einzelne Kleidungsstücke, auf die diese Beschreibung zutrifft.

Wenn beispielsweise eine Bluse oder eine Jacke aus unterschiedlichen Materialen besteht, dann sieht das nicht nur besonders cool aus, sondern fordert auch viel Aufmerksamkeit beim Bügeln. Achten Sie hierbei unbedingt darauf, dass nicht alle Teile kategorisch mit der gleichen Temperatur gebügelt werden. Nehmen Sie sich stattdessen die Zeit und passen Sie die Wärme immer wieder individuell an. Auch wenn dieser Prozess recht aufwändig ist, lohnt er sich. Sie werden merken, dass Sie viel länger Freude an dem Kleidungsstück haben werden, wenn Sie die Materialien individuell behandeln.

Übersicht: Welche Bügeltemperatur für welchen Stoff geeignet ist

Baumwolle 180 bis 200°
Leinen 200 bis 220°
Wolle 160 bis 180°
Seide 130 bis 160° ( + immer auf links bügeln!)
Polyester 150 bis 170°
Acetat 120 bis 140°
Polyamid 180 bis 200°
Polyacryl 100 bis 130°
Viskose 130 bis 160° ( + immer auf links bügeln!)
Kaschmir 160 bis 180°
Nylon 130 bis 140°
Leder 120 bis 130°

Die Tabelle zeigt sehr gut, welche Stoffe besonders anfällig gegenüber Hitze sind und welche auch mal ein bisschen heißer gebügelt werden können. Während Polyacryl, Acetat, Polyester und Seide nur bei geringen Temperaturen gebügelt werden dürfen, gelten vor allem Baumwolle und Leinen als ausgesprochen widerstandsfähig.

Wie viel Hitze ein Stoff verträgt, hängt immer von seiner Beschaffenheit ab.

Generell gilt der Merksatz: Je feiner und leichter ein Stoff ist, desto geringer sollte die Bügeltemperatur gewählt werden.

Diese Eselsbrücke prägt sich besonders gut ein, wenn Sie immer an Leinen (ausgesprochen stark und schwer = hohe Bügeltemperatur) und Seide (sehr feiner, leichter Stoff = geringe Bügeltemperatur) denken.

Wie bei jeder Regel gibt es allerdings auch für diese eine Ausnahme: Leder. Dieses besonders derbe Material darf nur bei niedrigen Temperaturen und nie mit Dampf gebügelt werden. Um das Leder optimal zu schützen, ist es empfehlenswert, ein Stück Backpapier oder ein Tuch zwischen Kleidung und Bügeleisen zu legen.

Wichtig: Achten Sie immer auch auf den Temperaturhinweis, der auf dem Etikett des Kleidungsstückes zu finden ist. Dieses zeigt Ihnen ganz genau, welche Temperaturen die Wäsche verträgt und welche eventuell zu viel sind. Die genauen Bedeutungen alle Pflegehinweise auf den Etiketten finden Sie hier.

Im Zweifelsfall: Langsam steigern

Immer wieder kommt es vor, dass Kleidungsstücke nicht genau „identifiziert“ werden können. Wenn Sie nicht wissen, um welchen Stoff es sich dabei handelt und auch kein Etikett mehr gefunden werden kann, hilft nur eines: Ausprobieren.

Beginnen Sie damit, die Wäsche mit einer niedrigen Temperatur zu bügeln. Wenn die Falten dabei herausgehen, kann diese Temperatur beibehalten werden. Sind keine Ergebnisse sichtbar, kann sie langsam gesteigert werden. Behalten Sie das Kleidungsstück dabei genau im Blick und nehmen Sie es mit anderen Sinnen (Stichwort: Riechen!) wahr. Sobald Sie eine Veränderung feststellen – egal ob riech-, sicht- oder hörbar – sollten Sie die Erhöhung der Temperatur einstellen und das Bügeleisen vom Kleidungsstück entfernen. In einem solchen Fall liegt die Vermutung nahe, dass die Wäsche zu heiß gebügelt wurde. Regeln Sie die Temperatur herunter und warten Sie, bis das Bügeleisen etwas erkaltet ist, ehe Sie weitermachen.

Vor- und Nachteile vom Bügeln bei der richtigen Temperatur

  • länger Freude an den einzelnen Kleidungsstücken
  • die ideale Temperatur zum Bügeln ist in den meisten Fällen auf den Etiketten der Kleidung zu finden
  • an den meisten Bügeleisen ist die Temperatur kinderleicht einstellbar
  • vor allem bei Kleidung mit verschiedenen Materialien sehr zeitaufwendig

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